08.07.2026
Als Softwarehersteller betonen wir gerne und oft, wie wichtig offene Standards und der Open-BIM-Workflow sind.
Doch bloße Lippenbekenntnisse helfen keinem Planungsbüro im täglichen Schnittstellen-Frust weiter. Aus diesem Grund haben wir uns als Vectorworks Germany dem jüngsten BIM Fit-Check von buildingSMART Deutschland gestellt.
Der Rahmen hätte nicht passender sein können: Vor über 500 Fachbesucher:innen fand das Prüfverfahren live auf dem 23. buildingSMART-Anwendertag in Berlin statt. Unser Kollege Antonio Landsberger hat Vectorworks vor Ort vertreten und die intensive Prüfung live begleitet. Dort ging es für uns nicht um theoretische Laborwerte, sondern um den ungeschönten Praxis-Nachweis: Wie stabil läuft der modellbasierte Issue-Austausch via BCF (BIM Collaboration Format) im direkten, synchronen Zusammenspiel mit Drittsystemen?
Wir freuen uns sehr über den gemeinsamen Erfolg: Wir haben alle vier praxisnahen Prüfszenarien mit Bravour bestanden und wurden direkt vor Ort mit dem offiziellen Digital-Badge „BIM Fit Check 2026 – BIM Collaboration Format“ ausgezeichnet. Als einer der erfolgreichen Teilnehmer:innen nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen des Events und zeigen, warum dieser Test so wichtig für Ihre tägliche Planungssicherheit ist.
https://pcert.buildingsmart.de/badges/badge.php?hash=1bb1815c0c0e41e18633a27babe62b3f3c55372a
Warum der BIM Fit-Check herkömmliche Zertifikate übertrifft
Klassische Software-Zertifizierungen laufen meist nach einem starren Schema ab: Ein Hersteller exportiert eine Datei in einer kontrollierten Umgebung, lädt sie hoch und erhält bei formaler Korrektheit einen Haken. Die Realität in den Projekträumen sieht anders aus. Wenn Architekt:innen, TGA-Planer:innen, Tragwerksplaner:innen und Prüfingenieur:innen aufeinander treffen, führen kleinste Interpretationsspielräume in den Formaten zu verschobenen Kamer apositionen, verlorenen Statusmeldungen oder verwaisten Bauteilverknüpfungen.

Der BIM Fit-Check von buildingSMART Deutschland bricht radikal mit diesem Labor-Ansatz. Unter der technischen Leitung von Štefan Jaud (Jaud IT) und einer dreiköpfigen Fachjury (u. a. mit Experten von Solibri und DanglIT) mussten wir den reibungslosen Datenaustausch live im direkten Zusammenspiel mit den Systemen anderer Marktbegleiter nachweisen.
Im Fokus stand in diesem Jahr die Implementierung der modernen Spezifikation BCF 3.0. Unser klares Ziel bei der Teilnahme: Wir wollten beweisen, dass Vectorworks-Anwender im Open-BIM-Projekt auf Augenhöhe und ohne administrative Barrieren kommunizieren können.
Die vier Härtetests im Detail: So haben wir abgeschnitten
Die Fachjury konfrontierte unser Team mit vier typischen Alltagsszenarien aus der Praxis. Getestet wurde mit der Version Vectorworks 2026 Update 5, und wir konnten in allen Disziplinen zeigen, wie reibungslos unsere Softwarearchitektur ineinandergreift:
- Modell-Kollisionen (Koordinations-Workflow): Ein in einem Model-Checker (wie Solibri) identifizierter geometrischer Konflikt wurde als BCF-Issue an Vectorworks übergeben. Dank der sauberen Interpretation der Global Unique Identifier (GUID) richtete sich die Blickrichtung der Kamera in Vectorworks automatisch und exakt auf das betroffene Bauteil aus. Der Planer konnte die Kollision ohne zeitaufwendiges Suchen sofort lokalisieren.
- CDE-Kommunikation (Cloud-Synchronisation): Der eigentliche Gamechanger: Statt des mühsamen Dateitransfers von .bcfzip-Dateien synchronisierte Vectorworks direkt mit dem Cloud-Projektraum (Common Data Environment). Rückfragen und Statusänderungen flossen in Echtzeit bidirektional zwischen Planungssoftware und Projektplattform.
- Bilaterale Abstimmung (Fachübergreifend): Im direkten Austausch mit anderen Autoren-Tools (CAD-Systemen der Fachplaner) wurden Prioritäten, Zuständigkeiten und Fristen von Vectorworks systemübergreifend exakt interpretiert und abgebildet. Kritische Metadaten blieben ohne Überschreibungsfehler vollständig erhalten.
- Mängelmanagement (Baustellenanbindung): Ein vor Ort mobil erfasster Mangel wurde direkt in unsere Planungsumgebung eingespielt. Der modellbasierte Kontext blieb vollständig erhalten, sodass die Korrektur sofort und ohne Informationsverlust im Ausführungsmodell umgesetzt werden konnte.
Unser Beitrag für die Branche: Aktive Pionierarbeit statt bloßer Wettbewerb
Ein wesentlicher Aspekt des Fit-Checks liegt im Erkenntnisgewinn für die gesamte AEC-Branche. In der intensiven Testphase im Vorfeld haben wir als Hersteller nicht gegeneinander, sondern partnerschaftlich miteinander gearbeitet. Dabei wurden ganz konkrete Lücken, Unklarheiten und Interpretationsspielräume innerhalb der offiziellen BCF 3.0 Spezifikationen offengelegt.
buildingSMART Deutschland hat diese technischen Erkenntnisse im Dokument „BIM Fit Check — BCF Exchanges / Technical Findings & Recommendations“ zusammengefasst. Dass diese Ergebnisse nun direkt in die internationale buildingSMART BCF-Arbeitsgruppe einfließen, um den globalen Standard robuster zu machen, ist auch ein Verdienst unseres Entwicklerteams. Wir verstehen uns hier nicht nur als reiner Software-Anbieter, sondern als aktiver Mitgestalter und Pionier der digitalen Transformation im Bauwesen.
Was bedeutet unser Erfolg für Ihre tägliche Arbeit?
Die erfolgreiche Teilnahme am BIM Fit-Check 2026 ist für uns die Bestätigung unserer langfristigen Entwicklungsstrategie. Für Ihr Büro bedeutet das konkret:
- Echte Planungssicherheit: Sie haben die dokumentierte Gewissheit, dass die modellbasierte Kommunikation mit Fachplaner:innen, Prüfer:innen und Bauherren auf einem unabhängig validierten Fundament steht.
- Signifikante Zeitersparnis: Das fehleranfällige und zeitraubende manuelle Abspeichern, Versenden und Einlesen von BCF-Dateien gehört der Vergangenheit an. Ihr Vectorworks-Modell spricht direkt mit der Projektplattform.
- Investitionsschutz: Mit dem der Version 2026 setzen Sie auf eine zukunftssichere Software, die den stetig steigenden BIM-Anforderungen von Auftraggebern und Behörden schon heute vollumfänglich gerecht wird.

Fazit: Open BIM ist nur wertvoll, wenn es absolut verlässlich ist. Mit dem erfolgreichen Bestehen des BIM Fit-Checks 2026 haben wir bewiesen, dass wir bereit für die härtesten Praxisanforderungen der modernen Projektabwicklung sind. Mit Vectorworks ist eine störungsfreie, transparente und effiziente Zusammenarbeit möglich – über alle Systemgrenzen hinweg.
Der nächste Schritt für Ihre BIM-Kompetenz
Mit der Modellierungsrichtlinie beherrschen Sie die softwareseitige Praxis im Detail. Der nächste logische Schritt? Die offizielle buildingSMART-Zertifizierung. Kombinieren Sie Ihr praktisches Vectorworks-Know-how mit global anerkannten openBIM-Standards und Prozessen. So weisen Sie Auftraggebern schwarz auf weiß nach, dass Sie Großprojekte rechtssicher und professionell steuern können.