3D Scan

Effizienz im Bestand: Zwischen Punktwolke und Handwerk

Das Bauen im Bestand gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben moderner Architektur. In einem aktuellen Anwenderbericht zeigt das Kölner Architekturbüro Lüderwaldt Architekten, wie sie seit über 30 Jahren – von den Anfängen mit MiniCAD bis zum heutigen Vectorworks – komplexe Bestandsprojekte realisieren. Der Ansatz: Eine intelligente Mischung aus handwerklicher Präzision vor Ort und modernster Software-Technologie. 

Auf der digitalBAU 2026 hat Inhaber Dirk Lüderwaldt seine Erfahrungen in einem Live-Vortrag mit den Besucher:innen am Vectorworks-Stand geteilt. Für ihn geht moderne Bestandsplanung weit über das bloße Abzeichnen von alten Plänen hinausgeht. Es ist ein Prozess des „Erkundens und Entdeckens“.

Die Freiheit im System: Bewusst einfach, aber strukturiert

Während viele Büros an komplexen BIM-Vorgaben verzweifeln, setzen Lüderwaldt Architekten auf einen pragmatischen Ansatz. Die Dokumente sind bewusst „primitiv“ aufgebaut – eine Entscheidung für die Flexibilität.

  • Individuelle Arbeitsweise: Trotz einer klaren Klassenstruktur nach DIN 276 lässt Vectorworks genug Raum für die individuelle Handschrift der Mitarbeiter.
  • Ein Dokument für alles: Projekte werden nicht in unzählige Dateien zerstückelt. „Wir haben immer eine Zeichnung, in der alles entsteht“, erklärt Lüderwaldt. Das sichert die Durchgängigkeit vom ersten Entwurf bis zum fertigen Detail.
3D Scan
Scan-to-BIM in der Praxis: Die Punktwolke als Zeichenvorlage

Ein zentraler Punkt im Workflow ist die Integration von LiDAR-Scans. Lüderwaldt Architekten nutzen Vectorworks hierbei als präzises Auswertungstool, um Unsicherheiten im Bestand zu eliminieren.

Konkretes Beispiel aus der Planung: In einem aktuellen Projekt nutzt das Büro die Schnittbox in Vectorworks, um sich schichtenweise durch die Punktwolke zu arbeiten. Dabei werden Linien direkt aus den Scan-Daten extrahiert und in 2D-Pläne überführt.

  • Fensternischen-Detail: Durch die Überlagerung des Scans mit der Rohbauzeichnung konnten Varianten für Fensternischen – etwa die Integration von Heizungsverkleidungen – exakt geprüft werden, bevor der erste Handwerker die Baustelle betrat.
  • Gewerke-Check: Ein besonderer Vorteil zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Fachplaner:innen. So lässt sich beispielsweise ein 3D-Dachstuhl eines Zimmermanns nahtlos einfügen und im Modell auf Kollisionen oder Passgenauigkeit prüfen.
Fensternischen
Scan-to-BIM in der Praxis: Die Punktwolke als Zeichenvorlage

Ein zentraler Punkt im Workflow ist die Integration von LiDAR-Scans. Lüderwaldt Architekten nutzen Vectorworks hierbei als präzises Auswertungstool, um Unsicherheiten im Bestand zu eliminieren.

Konkretes Beispiel aus der Planung: In einem aktuellen Projekt nutzt das Büro die Schnittbox in Vectorworks, um sich schichtenweise durch die Punktwolke zu arbeiten. Dabei werden Linien direkt aus den Scan-Daten extrahiert und in 2D-Pläne überführt.

  • Fensternischen-Detail: Durch die Überlagerung des Scans mit der Rohbauzeichnung konnten Varianten für Fensternischen – etwa die Integration von Heizungsverkleidungen – exakt geprüft werden, bevor der erste Handwerker die Baustelle betrat.
  • Gewerke-Check: Ein besonderer Vorteil zeigt sich in der Zusammenarbeit mit Fachplaner:innen. So lässt sich beispielsweise ein 3D-Dachstuhl eines Zimmermanns nahtlos einfügen und im Modell auf Kollisionen oder Passgenauigkeit prüfen.
3D Scan
Architektur als Entdeckungsreise vor Ort

Für Lüderwaldt endet die Arbeit mit Vectorworks nicht am Schreibtisch. Der Rechner ist ständiger Begleiter auf der Baustelle. Die Projektbearbeitung wird hier zur direkten Reaktion auf das, was hinter alten Verkleidungen zum Vorschein kommt.

  • Mobiles Zeichnen: Details werden oft direkt vor Ort im Modell entwickelt und fortlaufend angepasst.
  • Vom 3D-Scan zum analogen Plan: Trotz aller High-Tech-Methoden bleibt der Architekt Realist: Die komplexen Daten werden für die Baustelle oft wieder in großformatige, klare Pläne übersetzt, damit sie für die ausführenden Handwerksbetriebe eine verlässliche Arbeitsgrundlage bilden.
Das Werkzeug für den „Digitalen Handwerker“

Der Ansatz von Lüderwaldt Architekten zeigt: Vectorworks ist kein starres Korsett, sondern ein agiles Werkzeug. Es ermöglicht den Spagat zwischen der „Bilderflut“ moderner Scans und der handwerklichen Präzision, die beim Bauen im Bestand unabdingbar ist. Am Ende steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das Ziel, durch präzise digitale Vorarbeit Fehler auf der Baustelle zu vermeiden und die Qualität der Ausführung zu sichern.

ÜBER LÜDERWALDT ARCHITEKTEN

Lüderwaldt Architekten ist ein 1995 gegründetes Architekturbüro aus Köln. Das Büro begleitet Bauvorhaben von der Planung bis zur Bauleitung und arbeitet dabei an Neu-, Um- und Ausbauten sowie Sanierungen. Im Mittelpunkt stehen zielgenau auf die Nutzeranforderungen abgestimmte Planungen, deren sorgfältige gestalterische und technische Ausarbeitung sowie eine enge, projektbezogene Zusammenarbeit mit Fachplaner:innen und mit den ausführenden Firmen.

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Dirk Lüderwaldt
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Bild
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